Weihnachtsbaum am Christkindlmarkt ist heil angekommen
Zerzauste Äste, lichte Stellen und spöttische Kommentare Nicht jeder Weihnachtsbaum am Wiener Rathausplatz machte gleich nach seiner Ankunft eine gute Figur. Die heurige Fichte aus Vorarlberg präsentiert sich auf den ersten Bildern ohne Blessuren. 31 Meter hoch und über 200 Jahre alt ist der Baum aus Damüls, der am Mittwochmorgen vor dem Rathaus aufgestellt wurde. Bis zur Eröffnung des Christkindlmarkts am 13. November bekommt er noch rund 1.000 rote und goldene Kugeln sowie 2.000 Lichter.
Als der Weihnachtsbaum noch witzig war
2020 bekam die Fichte aus Oberösterreich einiges ab auf Social Media. Für ihre Verschönerung mussten schließlich 150 zusätzliche Äste einspringen. „Heute“ sammelte damals unter dem Titel „So witzig reagiert Wien auf den Christbaum aus OÖ“ die Reaktionen auf den etwas mitgenommenen Baum. 2023 fehlten der Fichte aus Südtirol auf einer Seite zahlreiche Äste. Die schönere Seite wurde nach vorne gedreht, wie der „Kurier“ über die damalige Ankunft berichtete. Die heurige Fichte macht auf den Aufnahmen vom Aufbau hingegen wieder einen ordentlichen Eindruck und dürfte auch bei kritischen Usern im Netz auf Akzeptanz stoßen.
Woher kommt der Weihnachtsbaum am Wiener Rathausplatz?
Die mehr als 200 Jahre alte Fichte stammt aus Damüls im Bregenzerwald. Dort stand sie auf einer ehemaligen Alpweide auf 1.350 Metern Seehöhe. Sie wiegt rund neun Tonnen, ihr Stamm misst mehr als 90 Zentimeter im Durchmesser. Mitarbeiter der Wiener Forstbetriebe sowie des Bau- und Gebäudemanagements der Stadt Wien – MA 34 kümmerten sich um das Aufstellen des Baums am Rathausplatz.
Über 200 Jahre wuchs die Hochgebirgsfichte auf einer ehemaligen Alpweide in Damüls. | © Stadt Wien Marketing, Patrick Rieser
Die nach unten geneigten Äste sind eine Anpassung an schneereiche Winter: Schnee kann leichter abrutschen, wodurch die Belastung für den Baum sinkt. Nach dem Transport kümmern sich die Wiener Stadtgärten um die Fichte und bessern kleinere Transportschäden aus, bevor der Schmuck angebracht wird.
Seit 1959 stellen die österreichischen Bundesländer nach einem Rotationsprinzip den Weihnachtsbaum für Wien zur Verfügung. Seit 1981 gehört auch Südtirol zu diesem Kreis. Vorarlberg war zuletzt 2017 an der Reihe. Der Christkindlmarkt selbst findet seit 1975 am Rathausplatz statt.
Der Weihnachtsbaum bei seiner Ankunft am Wiener Christkindlmarkt 2026. | © Stadt Wien Marketing, Patrick Rieser
Wann öffnet der Christkindlmarkt Wien 2026?
Der Markt läuft vom 13. November bis 26. Dezember 2026 und öffnet täglich von 10 bis 22 Uhr. Am Heiligen Abend endet der Betrieb früher: Am 24. Dezember ist von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet.
Die feierliche Beleuchtung des Weihnachtsbaums ist für den Abend des Eröffnungstags angekündigt. Dabei werden auch die Weihnachtswelt und der Herzerlbaum erstmals in dieser Saison illuminiert. Eine genaue Uhrzeit für den Festakt ist noch nicht genannt.
Wie kommt man öffentlich zum Rathausplatz?
Mit der U2 bis Rathaus führt die Anreise unmittelbar in die Umgebung des Markts. Eine weitere Möglichkeit ist die U3 bis Volkstheater mit dem Ausgang Richtung Ring. Die Straßenbahnlinien 1, 71 und D halten bei Rathausplatz/Burgtheater, die Linie 2 beim Parlament.
Für die Anreise mit dem Fahrrad gibt es Radwege am Universitätsring und am Friedrich-Schmidt-Platz hinter dem Rathaus sowie Abstellplätze. Die Besucherinformationen zum Christkindlmarkt enthalten auch einen Lageplan. Vor Ort stehen barrierefreie WCs mit Eurokey sowie für Rollstuhlfahrer nutzbare Tische und Geldautomaten zur Verfügung.
Was gibt es für Kinder im Rathauspark?
Die neu gestaltete Weihnachtswelt im nördlichen Rathauspark umfasst 17 Stationen. Dazu gehören Möglichkeiten, Wünsche an das Christkind zu übermitteln. Passende Quizbögen sind beim offiziellen Souvenirstand erhältlich. Der Krippenpfad zeigt 15 handgefertigte Arbeiten des Wiener Krippenvereins, die sich heuer Wiener Gebäuden und Orten widmen.
Die Stationstexte werden auf Deutsch und Englisch sowie in Brailleschrift angeboten und können erstmals auch am eigenen Smartphone gelesen werden. Für Familien mit kleinen Kindern kommt ein zusätzlicher Wickelcontainer hinzu.
Die Weihnachtswelt liegt im nördlichen Rathauspark, die Eisflächen im südlichen Teil. Der Plan zeigt auch Toiletten, Verleih und öffentliche Anbindungen. | © Stadt Wien Marketing
Wann leuchtet der Herzerlbaum?
Der Herzerlbaum steht im Rathauspark und ist ein eigener Anziehungspunkt neben dem großen Weihnachtsbaum vor dem Rathaus. Ab Einbruch der Dunkelheit gibt es zu jeder vollen Stunde ein Lichtspiel.
Zusätzlich bewegt sich bis 21 Uhr halbstündlich ein großes leuchtendes Herz über ein Seil zum Baum. Der Weg führt von einem 13 Meter hohen Turm rund 75 Meter über den Rathausplatz. Diese Lichtattraktionen im Rathauspark lassen sich damit auch unabhängig vom Eröffnungsfest einplanen.
Wie lange kann man am Rathausplatz eislaufen?
Der Eistraum am Christkindlmarkt bleibt länger geöffnet als die Marktstände: vom 13. November 2026 bis 6. Jänner 2027, täglich von 10 bis 22 Uhr. Am 24. Dezember schließt auch er um 18.30 Uhr, am 31. Dezember bleibt er geschlossen.
Im südlichen Rathauspark stehen rund 3.000 Quadratmeter Eisfläche zur Verfügung. Für die regulären Eisflächen sind Tickets erforderlich; eine eigene Kindereislauffläche kann kostenlos genutzt werden. Leihschlittschuhe und Spinde gibt es vor Ort. Online gekaufte Eintrittskarten sind um zehn Prozent günstiger als zum regulären Preis.
Der große Wiener Eistraum folgt anschließend als eigene Veranstaltung vom 22. Jänner bis 7. März 2027.
Was ändert sich bei den Marktständen?
Insgesamt sind 96 Stände vorgesehen. Erstmals wird der Wiener Christkindlmarkt als ÖkoEvent PLUS durchgeführt. Zu den Vorgaben gehören verpflichtende Anteile biologischer, vegetarischer und veganer Produkte; bei der Gastronomie stehen regionale und saisonale Lebensmittel im Vordergrund.
Ein kostenloses Kulturangebot ergänzt den Markt im Rathaus: Das Internationale Adventsingen findet an den vier Adventwochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag zwischen 15.30 und 19 Uhr im Festsaal statt.
(PA/red)